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Palmengarten Leipzig – Ruhe und Erholung mitten in der Stadt

Palmengarten Leipzig - Ruhe und Erholung mitten in der StadtNur zwei Kilometer vom Stadtzentrum Leipzig entfernt, liegt der Palmengarten Leipzig, eine Oase mitten in der pulsierenden Großstadt. Die Leipziger lieben ihren Palmengarten im Stadtteil Lindenau. Wenn man Umfragen glauben darf, steht der Palmengarten Leipzig in der Gunst der Einwohner sogar noch vor dem Zoologischen Garten. Der alte Palmengarten Leipzig ist der perfekte Ort für alle, die Ruhe brauchen und sich inmitten einer herrlichen Landschaft vom Stress und der Hektik des Alltags erholen wollen.

Ein interessanter Wettbewerb

Gärten haben in Leipzig eine lange Tradition. 1893 feierte der Leipziger Gärtner-Verein sein 50-jähriges Jubiläum und startete einen Wettbewerb für die beste Planung eines Palmengartens. Die Leipziger hatten den schönen Palmengarten in Frankfurt vor Augen und wollten auch gerne einen solchen exotischen Garten in ihrer Stadt. Ein Platz war schnell gefunden: Ein Teil des Leipziger Auenwaldes am westlichen Ufer der Elster-Pleiße-Aue sollte es sein. Den Wettbewerb gewann ein Gartentechniker mit Namen Eduard May. Den zweiten Platz belegte Otto Moßdorf, der Gärtner und Besitzer einer Gärtnerei. Der Gärtner hat schon das Gelände der Gartenbauausstellung kreiert und ihn wählte die Stadt aus, um den Entwurf des Sieger Mays in die Tat umzusetzen. Um das Ganze auch finanzieren zu können, gründete der Gärtner-Verein extra eine Aktiengesellschaft. Diese musste das Haupthaus von der Stadt Leipzig pachten, später kaufte der Verein das Haus im Palmengarten.

Eine vornehme Erholungsstätte

Am 29. April des Jahres 1899 war es endlich so weit und der Oberbürgermeister Otto Georgi eröffnete im Rahmen einer Feierstunde den Palmengarten Leipzig. Leider durften sich nicht alle Einwohner der Stadt im Palmengarten Leipzig erholen. Nur den höchsten Kreisen der Gesellschaft war es vorbehalten, sich in der „vornehmsten Erholungsstätte Leipzigs“ zu entspannen. Trotzdem entwickelte sich der Palmengarten Leipzig schnell zu einem echten Publikumsmagneten. Dabei war nur ein Teil des Gartens den Palmen und anderen exotischen Pflanzen vorbehalten. Im anderen Teil stand das sogenannte Gesellschaftshaus und südöstlich davon entstand ein Teich mit der imposanten Größte von 11.050 Quadratmetern. Auf nur 1280 Quadratmeter standen tatsächlich Palmen und andere Pflanzen aus den Tropen. 1897 wurde am Ostufer des Teiches ein Pavillon aus Gusseisen erbaut. Zudem gab es eine Statue aus Bronze des französischen Bildhauers Antonin Mercié, die die Romanfigur „Manon Lescaut“ zeigte. Die Statue fiel jedoch der Metallsammlung 1942 zum Opfer und wurde nicht erneuert.

Die Stadt übernimmt den Palmengarten

1921 konnte der Leipziger Gärtner-Verein den Palmengarten finanziell nicht mehr halten und die Stadt übernahm das riesige Gelände zwischen der heutigen Jahnallee, dem Richard-Wagner-Hain, der Karl-Heine-Straße und der Kleinen Luppe. Aber auch die Stadt konnte offensichtlich nicht richtig wirtschaften und 1936 gab es keinen anderen Ausweg, als den Palmengarten Leipzig zu verkleinern. Die Mauer an der damaligen Plagwitzer Straße verschwand und hinter der Klingerhainbrücke stellte die Stadt ein Kassenhäuschen auf. Der Klingerhain war jetzt wieder für alle Besucher frei zugänglich, in den Palmengarten Leipzig durften jedoch nur zahlende Besucher. Der Eintritt kostete nur 15 Pfennige. Die Stadt wollte dem Garten zu neuer Blüte verhelfen und plante unter anderem eine Reihe von interessanten Ausstellungen. Um das Gelände attraktiver zu gestalten, fielen das Gesellschaftshaus und das Palmenhaus einer Sprengung zum Opfer. Dann kam der Zweite Weltkrieg und von Ausstellungen im Palmengarten Leipzig war keine Rede mehr.

Der Palmengarten im Wandel der Zeit

Nach dem Krieg und den schweren Zerstörungen, die auch Leipzig getroffen hatten, geriet der Palmengarten mehr und mehr in Vergessenheit. Erst 1955 kümmerte sich die Stadt wieder um den längst verwahrlosten Garten. Wie es sich für einen sozialistischen Staat gehörte, galt der Palmengarten Leipzig nicht länger als eine Erholungsstätte für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Aus dem Palmengarten Leipzig, dem Johannapark und dem Scheibenholzpark wurde der „Clara-Zetkin-Park“, zu dem natürlich jeder Leipziger Zutritt hatte. Die Pflanzen im ehemaligen Palmengarten Leipzig kamen jedoch in gute Hände. Bis heute ist der Palmengarten Leipzig die Heimat von vielen sehr wertvollen und auch seltenen Gehölzen. Sie stammen zum großen Teil noch aus einer Baumschule, die 1960 aufgelöst wurde. 2011 bekam der Park seinen Namen „Alter Palmengarten Leipzig“ zurück und schon zwei Jahre zuvor eröffnete das Revuetheater „Am Palmengarten“. Im Theatersaal des Theaters, das 2018 seine Pforten wieder schließen musste, hatten 150 Personen Platz.

Der Abschied vom Paradies

Noch immer erzählen sich die Leipziger von der Blütezeit des Palmengartens. Vor allem die junge Generation kann sich nicht vorstellen, wie prachtvoll der Palmengarten Leipzig einst war. Im Musikpavillon spielten bekannte Orchester wie das „Tonkünstlerorchester“ Günther Coblenz. Für die Kinder gab es Märchenstunden, einen Spielplatz und Fahrten mit der Ponykutsche und Kindergärtnerinnen sowie Sportlehrer betreuten die Kinder. Die erwachsenen Gäste saßen derweil in der Konditorei und bewunderten bei Kaffee und Kuchen die exotischen Pflanzen durch eine 15 Meter hohe und breite Glaswand. Es gab einen Festsaal mit herrlichen Kronleuchtern und von Musik untermalte Wasserspiele im Glashaus. Im Gesellschaftshaus hatten bis zu 2500 Menschen Platz und im Restaurant genossen die Gäste erlesene Weine und Speisen. Auf dem Teich fuhren Boote und 174 Ruheplätze im Palmengarten Leipzig luden zu einer Rast ein.

Gut zu wissen

Öffnungszeiten

Der Palmengarten ist rund um die Uhr geöffnet.

Preise

Der Eintritt ist kostenlos.

Anreise

Rund um den Palmengarten gibt es verschiedene Parkmöglichkeiten: Cottaweg, Jahnallee sowie die Parkplätze an der Red Bull Arena. Alle Parkplätze sind gebührenpflichtig.

Im öffentlichen Nahverkehr fahren die Straßenbahnlinien 3,7, 8 und 15 sowie die Buslinien 74, 130 und 131 bis zur Haltestelle Angerbrücke.

Adresse

Lützner Straße

04229 Leipzig

Telefon: 0341 – 1230

Fazit zum Palmengarten Leipzig

Den Bürgern eine grüne Oase in der Stadt zu ermöglichen, das war schon im 19. Jahrhundert ein Anliegen der Leipziger Stadtväter. 1899 bekam die Stadt einen Garten mit exotischen Pflanzen. Schließlich waren der Arzt Daniel Gottlieb Moritz Schreber und der Lehrer Ernst Innozenz Hauschild der Ansicht, dass die Menschen mehr Zeit in der Natur verbringen sollen. Dem Arzt Schreber verdanken nicht nur die Leipziger ihre Gartenkolonien, die heute Kleingärten heißen. Der Initiative des Gärtner-Vereins und der Schirmherrschaft seiner Majestät, König Albert von Sachsen, verdanken die Leipziger ihren Palmengarten, den sie noch heute mögen. Der Park hat sich zwar im Laufe der Zeit verändert, aber er ist nach wie vor ein Naherholungsgebiet mitten in der Stadt und Palmen können die Besucher bis heute bewundern.

Bild: @ depositphotos.com / AY_PHOTO

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