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Kokosfaser – ein vielseitig verwendbares Naturprodukt

Kokosfaser
Im 13. Jahrhundert bereiste Marco Polo Asien und machte Bekanntschaft mit der Kokosnuss. Bereits 1290 beschrieb der venezianische Kaufmann ein Verfahren zur Herstellung der Kokosfaser aus Kokosnüssen. Wenn die Kokosnuss von der äußeren Schale befreit wird, bleibt die Kokosfaser übrig. Die Kokosfaser ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt und es waren Kaufleute aus Arabien, die die Entdeckung dokumentiert haben. Die Kokosfaser galt lange Zeit als Abfall, der zur Herstellung von einfachen Seilen, von Füllungen für Matratzen oder Sitzflächen für Stühle gebraucht wurde. Erst heute ist es gelungen, aus der Kokosfaser ein besonderes Material zu machen.

Die Kokosfaser im Gartenbau

Dass die Kokosfaser Karriere im Gartenbau gemacht hat, verdankt sie dem Gärtner und Botaniker John Lindley. Er war im 19. Jahrhundert der Schriftführer der Royal Horticultural Society und machte im Jahr 1863 im Garten der Society Versuche mit der Kokosfaser. Lindley erkannte sehr schnell, dass die Fasern für das Wachstum der Pflanzen von Vorteil waren und das revolutionierte den Gartenbau in Großbritannien. Leider enthielt das Material damals zu viele schädliche Stoffe und es gab zu wenig Informationen, wie die Kokosfaser zum Einsatz kommen kann. Nach einer anfänglichen Begeisterung nahm die Verwendung der Fasern im Garten schnell wieder ab. 100 Jahren vergingen bis zu Neuentdeckung der Kokosfaser. Neue Techniken und Methoden für die Analyse machen es heute möglich, dass die Fasern, die die Kokosnuss normalerweise schützen, wieder beim Gartenbau helfen.

Welche Vorteile hat die Faser beim Gärtnern?

Alles, was die Kokosnuss zu bieten hat, wird auch verarbeitet. Lange galt die haarige braune Faser, die die Nuss schützt, als reines Abfallprodukt. Dass die Fasern aber mehr können, ist schon seit langer Zeit bekannt. Die rauen starken Fasern wurden zu Bauelementen, zu Füllmaterial für Matratzen oder geflochten auch zu Seilen, Teppichen und Fußmatten verarbeitet. Da die Kokosfaser aber auch weich und reich an Nährstoffen ist, ist sie perfekt für den Einsatz im Garten geeignet. Die Kokosfaser ist heute eine Alternative zum klassischen Torf, der sonst im Garten Verwendung findet. Anders als Torf sind die Fasern der Kokosnuss jedoch ein erneuerbarer Rohstoff und das macht die Kokosfaser zu einem umweltfreundlichen Produkt. Das ist nur ein großer Vorteil der Fasern gegenüber dem Torf, der weniger umweltfreundlich ist.

Gut für die Umwelt

Torf ist das Produkt von abgestorbenen Pflanzenteilen, die durch den Entzug von Luft nicht zu Humus zerfallen können. Sie unterliegen vielmehr dem Prozess der sogenannten Karbonisierung und verwandeln sich schließlich in Torf. Dieser Prozess dauert einige Zeit und die Hochmoore, die aus Torf bestehen, sind ein wichtiger Bauteil für eine gesunde Umwelt. Die Hochmoore filtern die Luft und wenn der Torf nach und nach verschwindet, um zu Blumenerde zu werden, ist das eine Katastrophe für die Umwelt. Die Kokosfaser hingegen ist ein Abfallprodukt und die Gewinnung ist für die Umwelt nicht schädlich. Der Verkauf der Fasern passiert immer erst, wenn sie vollkommen trocken und komprimiert sind. Das heißt, die Fasern sind frei von schädlichen Organismen, die für diverse Krankheiten verantwortlich sind. Zudem sind die Fasern nicht durch Schwermetalle belastet, die vielfach im Torf vorkommen. Weil die Torfbildung oft über Jahrhunderte dauerte, änderte sich auch die Umgebung in der unmittelbaren Nähe. Dort, wo einst schöne Naturlandschaften waren, sind Städte mit Industriezentren entstanden. Dort sind auch Schwermetalle zu finden, die sich dann im Torf wiederfinden.

Perfekt für den Garten


Für den Garten haben die Fasern der Kokosnuss viele Vorteile. So können sie beispielsweise wunderbar Feuchtigkeit speichern, gleichzeitig sind sie auch eine hervorragende Dränage. Das sorgt im Garten, im Blumentopf und im Blumenkasten für ein gutes Gleichgewicht an Feuchtigkeit. Zudem macht die Kokosfaser den Boden locker und luftig, was wiederum die normale Gartenerde verbessert. Besonders gut sind die Fasern der Kokosnuss für Hochbeete geeignet, da sie aufgrund ihrer Luftigkeit eine schnelle Erwärmung ermöglichen. Die Fasern können außerdem als Abdeckung im Garten Verwendung finden, um so die Beete vor möglichem Unkraut zu schützen. Nicht zuletzt sind die Fasern aus den Tropen biologisch abbaubar und das sorgt für einen gesunden Boden. Wer Gießwasser sparen möchte, sollte die Kokosfaser für die Blumen in den Kästen oder auf der Terrasse nutzen. Bis zu 50 Prozent des Gießwassers lässt sich mit dem Einsatz der Fasern sparen.

Ideal für alle Setzlinge

Die Fasern zeigen ihre besonderen Eigenschaften zudem als gutes Pflanzmedium, vor allem bei der Anzucht von Setzlingen. Nach dem Aussäen brauchen die kleinen Pflanzen kaum Wasser, da die Kokosfasern die gespeicherte Feuchtigkeit genau in der richtigen Dosis abgeben. Für ein optimales Wachstum zuerst einen organischen Dünger nutzen und später einen speziell angepassten Dünger dazugeben. Um die Luftigkeit und den Feuchtigkeitsspeicher zu verbessern, finden Kokosfasern auch Verwendung bei der Vorbereitung des Bodens im Frühling. Der Profigärtner verteilt die Gartenerde mit den Fasern im Garten und gräbt sie dann relativ flach (zwei bis drei Zentimeter) in die Erde ein. Kokosfasern sind ebenfalls eine sehr gute Wahl, um die Struktur des Bodens zu verbessern. In diesem Fall kommen die Fasern tiefer in die Erde, damit sie sich gut mit der Garten vermischen können. Die Resultate können sich sehen lassen und das schon bei der ersten Aussaat und beim Anbau von Setzlingen. Geeignet sind die Fasern vor allem für sandige und lehmige Böden. Gute Ergebnisse gibt es auch, wenn die Kokosfasern mit Kompost im Verhältnis von 2:1 vermischen werden. Auch hier gilt, der Bedarf an Gießwasser reduziert sich deutlich.

Fazit

Die Kokosfaser ist seit vielen Jahren bei Profi- und Hobbygärtnern ein fester Bestandteil ihrer Gartenarbeit. Sie kaufen die Fasern, die zu Briketts oder Ziegeln geformt sind, wässern sie dann zu Hause und bekommen auf diese Weise fertige Gartenerde, die rein biologisch ist. Für die Aufzucht von Pflanzen ist diese besondere Gartenerde aus den Tropen ebenso zu empfehlen wie für die Pflege von Setzlingen. Anders als herkömmlicher Torf, belastet die Faser nicht die Umwelt, zudem enthält die Erde aus Kokosfasern keine Schädlinge und ist frei von schädlichen Stoffen. Kokospalmen wachsen immer wieder nach und produzieren Kokosnüsse, bis sie 60 Jahre alt sind. Die Fasern sind quasi ein Abfallprodukt bei der Vermarktung der Kokosnuss, aber dieses Abfallprodukt ist eine echte Wohltat für jede Pflanze und jede Blume im Garten.

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Bild: @ depositphotos.com / nattapol

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